Sine pari – ohne Gleichen

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USASOC-Emblem (© U.S.-Army, Lizenz [1])

Im Jahr 2013 gab sich das United States Army Special Operations Command (Airborne) (USASOC) ein erneuertes Emblem, welches zentral oben angezeigt wird.

Bemerkenswert an dem Emblem ist, dass es die von den Vereinigten Staaten von Amerika abgewandte nördliche Hemisphäre zeigt. Offiziell wird dies mit dem Kampf gegen den Terror begründet.

256px-Infantry_gladius_model_1831_mg_5113Die stilisierte Stichwaffe im Emblem erinnert an die Standard-Waffe des römischen Heeres, dem Gladius. Die Abbildung rechts zeigt eine in Frankreich gefundene Version römischer Infanterie-Einheiten [2]. Das Imperium americanum als Nachfolger des Imperium romanums ist da eine Assoziation, gefördert vom lateinischen elitär-chauvinistischem Motto „Sine pari“  (ohne Gleichen), die wohl nicht ganz unerwünscht ist.

Der Trick mit dem Kampf gegen den Terror war schlicht genial. Damit lassen sich verdeckte und offene Interventionen weltweit rechtfertigen, nicht selten abseits der Schlachtfelder. Ein Schelm wer dabei an Imperialismus denkt.

Zu den Spezialitäten der Spezialkräfte gehören unter anderem die unkonventionelle und die psychologische Kriegsführung, um nur zwei heraus zu greifen. Man erkennt Überschneidungen zu den klassischen Aufgaben des CIA und tatsächlich gingen einige Aufgaben auch wieder zurück an den Auslandsgeheimdienst, da dessen Tätigkeiten leichter abzustreiten sind. Hybride Kriegsführung gehört dagegen nicht zu den Aufgaben des US-Militärs, die betreibt – per Definition – nur der böse Russe 😉 und ist deshalb total pfui!

Aktuell ist die mediale Aufmerksamkeit durch die Übung Jade-Helm auf USASOC gerichtet. Möglicherweise der Grund, warum man – zumindest aus Deutschland – momentan nicht auf deren Homepage www.soc.mil/USASFC/USASFC.html zugreifen kann.

Die Übung in einigen US-Bundesstaaten weckte aus gutem Grund einige Besorgnis bei kritischen Bürgern. Ein Aspekt betrifft das „unter das Volk mischen“ von zivil gekleideten Militärs. Der Presse-Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, versuchte die Sorgen mit folgenden Worten zu zerstreuen:

“The individuals participating in the exercise won’t be traveling incognito. They’ll be wearing armbands,” Earnest said, adding, “The civil liberties and constitutional rights will be in no way affected by this exercise.” (Boomberg)

Farbige Armbänder zur Kennzeichnung der Spezialkräfte. Das erinnert mich auch an die bis heute nicht richtig aufgeklärten Ereignisse in Odessa:

Viele Blogger weisen darauf hin, dass in der Menge der Anti-Kiew-Demonstranten Männer mit roten Bändern am Oberarm zu sehen waren. Auf einem Foto ist zu sehen, wie diese Männer von Polizisten, die ebenfalls rote Armbänder tragen, instruiert werden. (Telepolis)

Na dann, liebe amerikanischen Bürger, könnt ihr euch beruhigen, es wird nur für Auslandseinsätze geübt! Salve!

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[1] This image is a work of a U.S. Army soldier or employee, taken or made as part of that person’s official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.

[2] By Rama (Own work) [CC BY-SA 2.0 fr (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/fr/deed.en)], via Wikimedia Commons

Veröffentlicht unter Allgemein, Außenpolitik, USA

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