Im Gedenken an Michael C. Ruppert

Leider wird man auf manche Menschen erst aufmerksam, nachdem sie aus dem Leben geschieden sind. So ging es mir mit diesem bemerkenswert mutigen und klugen Mann, dem ich hier in tiefer Ehrerbietung gedenken möchte: Michael C. Ruppert, geboren am 3. Februar 1951 in Washington, gestorben am 13. April 2014.

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Das Bild oben ist ein Screenshot aus einer Dokumentation mit dem Titel „Collapse„, aus dem Jahr 2010, von Chris Smith.

Am Anfang der Doku erzählt Michael Ruppert, wie es zu einem abrupten Knick in seinem Lebenslauf kam, der zunächst, wie bei seinen Eltern, nach einer steilen Karriere im Dienste des Staates aussah:

Ich wurde Polizist in Los Angeles und arbeitete im South Central, dem gefährlichen Süden der Stadt. Als die CIA versuchte, mich inoffiziell für eine Operation zu rekrutieren, bei der sie 1976-77 Drogen ins Land schmuggelten. Darin wollte  ich nicht verwickelt werden, ich dachte, das müsse ein Einzelfall von Korruption sein, etwas was sofort korrigiert werden würde. Das war natürlich ein Fehler.

Im Grunde zerbrach mein Leben durch den Verrat einer Frau, die für die CIA arbeitete – meine Verlobte. Da ich mit Drogen nichts zu tun haben wollte verschwand sie und auf mich wurde geschossen. Dann ging es nur noch ums Überleben. Die Mittel mit denen ich mich damals zu retten versuchte, waren Briefe an das amerikanische Repräsentantenhaus, öffentliche Äußerungen, Veröffentlichung von Zeitungsartikeln.

„1996 konfrontierte er den damaligen CIA-Direktor John Deutch auf einer öffentlichen Veranstaltung mit Vorwürfen, dass die CIA in den Drogenhandel in den amerikanischen Großstädten verwickelt sei.“ (WIKIPEDIA). Siehe zu dieser Thematik auch die sehenswerte künstlerische Doku „Crack The CIA

Als wäre diese CIA-Geschichte nicht schon deprimierend genug, stößt der sensible Michael Ruppert bei seinen Recherchen jenseits der Schlagzeilen von Mainstream-Medien auf eine Geschichte, die ihm geradezu apokalyptisch erscheint: das sich abzeichnende Ende des Ölzeitalters und die damit verbundenen Konsequenzen.

Mit dem Überschreiten des Erdölfördermaximums (Peak Oil) zeichnet sich auch das Ende einer Wirtschaft ab, die immer auf unbegrenztes Wachstum gesetzt hat. Die exponentiellen Wachstumsraten von Weltbevölkerung und Wirtschaft wurde von einer gleichsam mit wachsenden Förderung billiger Energie getragen.

Lässt sich die Ölförderung nicht mehr steigern, so wird das Wachstum begrenzt. Das System funktioniert nicht mehr. Wie ein Kartenhaus droht alles in sich zusammen zu fallen.

Die Regierung Bush, mit Vizepräsident Cheney, war sich dieses Problems bewusst. Michael Ruppert  sah einen Zusammenhang zwischen „Peak Oil„, 9-11 und den darauf folgenden Kriegen. Wie üblich wurde das als Verschwörungstheorie abgetan.

Michael Ruppert war ein sensibler, hoch intelligenter, aufrechter und mutiger Mensch, leider mit einer Neigung zu Depressionen: er schloss am 13. April 2014 mit seinem Leben ab. Möge er seinen Frieden gefunden haben!

Ein sehr persönlicher und rührender Nachruf, von Abby Martin (RT), soll am Ende dieses kurzen Gedenkens stehen.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Geheimdienste, Nachruf, USA

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