Informationskrieg um MH17

Kriegs-Propaganda für das Volk

Kriegs-Propaganda für das Volk

Bevor es eine gründliche Untersuchung des tragischen Absturzes von MH17 gab, stand für das westliche, unter amerikanischer Führung stehende Lager fest, dass Russland die Schuld trägt und eine beispiellose Hetze wurde durch die Medien losgetreten.

Dabei zeigten die Verlautbarungen der USA bei näherem Hinhören, dass sie die Schuldfrage nicht zweifelsfrei beweisen konnten. Man blieb auffallend vage, siehe den Artikel von Investigativ-Journalist Robert Parry: What Did US Spy Satellites See in Ukraine?

Diese Unsicherheit hinderte die westlichen Massenmedien freilich nicht, mit dem Finger auf Putin zu zeigen und das beschränkte sich keineswegs auf die Boulevard-Presse.

Eine relativ zentrale Rolle bei der Schuldzuweisung gegen die Anti-Maidan-Kräfte nahmen dabei „Beweise“ vom ukrainischen Geheimdienst ein, darunter ein Audio-Mitschnitt, aus dem angeblich hervor ginge, dass die Rebellen gestehen würden, versehentlich MH17 abgeschossen zu haben. Bald schon kam allerdings auch die Nachricht, die später von den Amerikanern beiseite gewischt wurde, das Audio-Material sei gefälscht.

Nun bin ich kein Audio-Experte, aber von Natur aus neugierig und extrahierte aus dem Youtube-Film den Ton, das geht mit VLC ganz prima, um dann mit Audacity die Tonspuren anzuschauen. Das Ergebnis sieht so aus:

Rebel-Audio-unkommentiert

Eines springt ziemlich schnell ins Auge: im Mittelteil ist die linke und rechte Tonspur identisch, also Mono, während der Anfangs- und Endteil einen Stereo-Effekt aufweist, die Tonspuren unterscheiden sich deutlich.

Im Mittelteil fallen die Hinweise auf zivile Opfer, ca. Minute 53 (nach Untertiteln zu schließen, ich kann kein Russisch). Dieser Mittelteil unterscheidet sich aber, wie oben erläutert, technisch deutlich vom Anfangs- und Endteil des Audio-Files.

Es gibt eine Reihe weiterer Unstimmigkeiten, über die hier informiert wird:

  • Im ersten Audio-Teil (in Stereo) wird der Ort Yenakiyevo genannt, dieser liegt aber ca. 100 km von  Snezhnoye entfernt, die nächstgelegene Siedlung zur Absturzstelle von MH17.
  • Es soll auch linguistische Hinweise auf eine Fälschung geben.

Mittlerweile haben die Russen in einer Pressekonferenz eigene Indizien vorgelegt, die ihre Unschuld beweisen sollen. Unter anderem behaupten sie, den angeblichen Abtransport des Buk-M1-Flugabwehrsystems nach Russland als Fälschung enttarnt zu haben, das Werbeplakat zeigt, dass der Transport durch Gebiet erfolgte, welches zum Zeitpunkt unter Kontrolle des ukrainischen Militärs stand:

Quelle: http://stat.multimedia.mil.ru/multimedia/photo/gallery.htm?id=17402@cmsPhotoGallery

Die Schuldfrage ist also – gelinde gesagt – noch sehr offen. Das hindert freilich die Scharfmacher im Westen nicht daran, möglichst schnell weitere Sanktionen gegen Russland zu fordern. Um den Druck, trotz äußerst fragwürdiger Indizien gegen Moskau aufrecht zu erhalten, stimmt man ein lautes Geheul an, die Selbstverteidiungsmilizen würden die Untersuchung des Trümmerfeldes behindern und es werden sogar Forderungen laut, die Absturzstelle von MH17, die ja in Konfliktgebiet liegt, mit NATO-Truppen sichern zu lassen.

Links zum Weiterlesen:

Propagandaschlacht um Flugzeugabsturz
Von SUSANN WITT-STAHL, 22.07.2014, auf www.hintergrund.de
Jetzt reicht’s!
Von WILLY WIMMER, 26.07.2014, auf www.heise.de
Veröffentlicht unter Medienkritik, Ukraine, USA
2 comments on “Informationskrieg um MH17
  1. R_Winter sagt:

    Dein Stil gefällt mir.
    Ich komme wieder.

1 Pings/Trackbacks für "Informationskrieg um MH17"
  1. […] Informationskrieg um MH17 […]

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